Die unaussprechliche Herrlichkeit des Sternenhimmels

Diesen schönen Beitrag von Ralph Buttler teile ich gerne hier 😉
https://daoweg.wordpress.com/

Es gelang mir, meine etwa gleichaltrige Dame zu verlieren. Da entwich ich von den Menschen in die warme, wunderbare Sternennacht, ganz allein. Das Erlebnis einer solchen Nacht kann man mit Worten nicht wiedergeben, wohl aber den Gedanken, der mir aufstieg, als das Erlebnis abklang. In der unaussprechlichen Herrlichkeit des Sternenhimmels war irgendwie Gott gegenwärtig. Zugleich aber wusste ich, dass die Sterne Gaskugeln sind, aus Atomen bestehend, die den Gesetzen der Physik genügen. Die Spannung zwischen diesen beiden Wahrheiten kann nicht unauflöslich sein. Wie aber kann man sie lösen? Wäre es möglich, auch in den Gesetzen der Physik einen Abglanz Gottes zu finden“? ( Carl Friedrich von Weizsäcker, Philosophie der Selbstdarstellungen)

In seinem Buch „Die Einheit der Natur” ist zu lesen: ” Was wir Atome nennen, sind selbst formal kaum mehr etwas anderes als gewisse sich durchhaltende Gesetzmäßigkeiten in der Entscheidung einfacher experimenteller Alternativen. Das ist nun eine These über die begriffliche Struktur der heutigen Elementarteilchenphysik, dann steht, von dieser Physik aus gesehen, aber nichts der Behauptung im Wege — die allerdings auch nicht aus ihr folgt — dass, wenn ich einmal klassische Begrifflichkeit benutzen darf, die Substanz, das Eigentliche des Wirklichen, das uns begegnet, Geist ist“. Das Eigentliche des Wirklichen, sozusagen die Wirklichkeit der Wirklichkeit, ist Geist, eine ungeheuerliche Spekulation, ein spekulativer Traum .

Die Welt des kruden Materialismus, wäre, wenn sich das bewahrheiten ließe, mit einem Schlag erledigt. Spätere Überlegungen nähern sich diesem revolutionären Traum immer wieder, vorsichtig, ein wenig indirekt. Da heißt es dann, Materie sei wahrscheinlich nichts anderes als Information. Das ist, dem gängigen Denken ein wenig akzeptabler zubereitet, dieselbe Sache. Da kommt dann alles zusammen, die Kindererfahrung der gewaltigen, unnennbaren Schönheit des gestirnten Himmels, die Suche nach Gott, der selbst Geist ist, in alles eingesponnen das Ich, das sich versteht und auflöst als Teil des großen Ganzen, kaum noch sagbar.

https://daoweg.wordpress.com/2015/10/30/carl-friedrich-von-weizsacker/#comment-5720

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