Szôszan: Wer vom Gegensätzlichen nur einen Hauch behält / dessen Geist bleibt verworren

„Wer der Weisheit tiefsten Sinn noch nicht kennt,
Müht sich in vergeblichem Grübeln.
Dein Denken laß schweigen –
Darauf kommt es an!
Bleibe nicht stehen
Bei gegensätzlichen Gedanken;
Ihnen nachzujagen und sie zu suchen,
Davor hüte Dich!
Wer vom Gegensätzlichen
Nur einen Hauch behält,
Dessen Geist bleibt verworren.“

Claude Monet: Impression Sunrise
Claude Monet: Impression Sunrise
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2 thoughts on “Szôszan: Wer vom Gegensätzlichen nur einen Hauch behält / dessen Geist bleibt verworren

  1. Hallo. Deine Frage ist, ob jemand dauerhaft in einem meditativen Bewusstseinszustand bleiben kann? Im Zen geht es jedenfalls ganz klar darum, nicht nur während des Zazen (Sitzen in Stille), sondern in jedem Augenblick zu meditieren. Denn Meditation ist nicht etwas, was Du „tust“, es ist das, was geschieht, wenn Du das Sein geschehen lässt.

    Wenn Du natürlich bist. Wenn das Leben sich spontan entfaltet. Weshalb sollte soetwas nur manchmal gelingen? Oft gibt es das Missverständnis – ich selbst glaubte das – dass durch Meditation ein künstlicher oder außergewöhnlicher Zustand erstrebt wird, aber das Gegenteil ist der Fall. Es geht um die Auflösung aller Künstlichkeit, all dessen, was Du nicht wirklich bist, was Dich vom gegenwärtigen Augenblick trennt. Meditation ist das Einfachste, weil es von selbst geschieht, wenn Du durch „Nicht-Handeln“ handelst.
    Klingt das verständlich?

  2. Gedanken geschehen aus dem spontanen Fluss, wie alles andere auch. 🙂 Die wirklich guten, erfrischenden und beflügelnden Gedanken, kommen Dir dann, wenn Du ganz im Jetzt bist. Ganz spontan. Nichts muss ergrübelt werden. Zack! Und plötzlich schreibst Du ein Gedicht, siehst Zusammenhänge, genießt etwas oder einfach Nichts.

    Ich bin der Ansicht, dass nicht die Gedanken das Problem sind, aber die starke Identifikation mit dem Verstand, der alles andere absorbiert und Dich vom Jetzt trennt. Bestimmt kennst Du das aus deiner eigenen Erfahrung, dass Dir deine besten Gedanken spontan kommen, in dem Du “empfänglich” wirst für die Gegenwart. Seinsbewusstsein ist sehr viel intelligenter, lebendiger. Das Grübeln kostet hingegen unnötige Kräfte, nicht wahr?

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